Kängurukinder

Kängurubabies kommen nach nur 30-40 Tagen im Mutterleib auf die Welt. Völlig unausgereift kriechen sie direkt in den Beutel ihrer Mutter, wo sie sich an einer Zitze festsaugen. Nach etwa 6 Monaten verlassen die Kinder das erste Mal den Beutel, nach circa 8 Monaten dann zur Gänze. Sie säugen aber noch weiter, bis sie etwa 1 Jahr alt sind. Kängurubabies sind nach ihrer Geburt nicht alleine lebensfähig und vollkommen von der Mutter abhängig.

Beim Menschen ist es eigentlich nicht viel anders. Auch wenn sie nicht ganz so unausgereift sind wie Kängurus, sind sie doch noch vollkommen abhängig von ihren Eltern. Harvey Karp hat dafür den Begriff „Viertes Trimester“ geprägt: die Babies sind zwar nicht mehr im Mutterleib, benötigen aber noch genauso viel Körperkontakt, um langsam in dieser Welt anzukommen. Und darum heißt es auch oft, Menschenbabies sind eigentlich Traglinge, die sich im Tragetuch nah am Körper einer Bezugsperson am wohlsten fühlen.

Auf meine beiden Kinder trifft das auf jeden Fall zu. Wenn nichts Anderes hilft, das Tragetuch hilft fast immer. Kind ist müde, aber kann nicht schlafen? Ab ins Tragetuch, innerhalb kürzester Zeit schläft sie. Kind ist krank, aber es gibt Dinge zu erledigen? Ab ins Tragetuch, und alles ist gut. Ein Kind will auf den Spielplatz, das andere mag nicht runter von den Armen? Ab ins Tragetuch, und die Hände sind sogar noch frei fürs andere Kind. Kängurukinder eben.